Zusatzversicherung Pflege, das sollten Sie Wissen

Die gesetzliche Pflegeversicherung

ist zusammen mit der Krankenversicherung eine Pflichtversicherung. Jeder Bürger muss sich pflegeversichern, und umgekehrt hat auch jeder bei festgestellter Pflegebedürftigkeit einen Anspruch daraus. Ähnlich wie in der gesetzlichen Rentenversicherung ist hinlänglich bekannt, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung in vielen Fällen die anfallenden Kosten nicht decken. Die muss der Pflegebedürftige dann selbst aus seinem Einkommen und Vermögen bezahlen. Um das zu vermeiden, empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung. Sofern es sich dabei um eine Pflegetagegeldversicherung handelt, hat jeder Bürger einen Anspruch auf staatliche Förderung.Analog zur Riester-Rente, benannt nach dem damaligen Bundesarbeitsministr Walter Riester, gibt es seit Januar 2013 Pflege-Bahr. Es ist eine staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung. Sie wurde vom amtierenden Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr initiiert. Wer eine Pflegetagegeldversicherung mit einem Monatsbeitrag von mindestens zehn Euro abschließt, der erhält einen Zuschuss von monatlich fünf Euro. Dabei muss es sich um eine Pflegetagegeldversicherung handeln. Die beiden anderen Tarife Pflegerente und Pflegekosten sind ausgeklammert. Bei Pflege-Bahr gilt ein Kontrahierungszwang für die Versicherungsgesellschaften. Das bedeutet für diejenigen Versicherer, die Pflege-Bahr anbieten, einen Abschlusszwang. Sie können keine Anträge auf Pflege-Bahr ablehnen. Darüber hinaus sind Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse nicht zulässig. Pflege-Bahr bietet somit auch Antragstellern mit einem gesundheitlichen Handicap die Möglichkeit, in dieser Situation oder auch im späteren Alter eine private Pflegezusatzversicherung abschließen zu können.

Auch für die private Pflegezusatzversicherung

gilt der Grundsatz: Je eher, desto besser. Je früher sie abgeschlossen wird, umso günstiger sind die Monatsbeiträge. Dabei wird in erster Linie an eine Pflegebedürftigkeit im späteren oder hohen Alter gedacht; doch eine Pflegenotwendigkeit kann durchaus auch schon in jüngeren Jahren eintreten. Zusätzlich zu Pflege-Bahr empfiehlt sich noch eine weitere, also zweite private Pflegezusatzversicherung. Gesetzliche Pflegeversicherung und Pflege-Bahr zusammen sind nicht ausreichend hoch, um beispielsweise die Kosten einer Heimpflege in der dritten, der höchsten Pflegestufe zu decken. Es bleibt dann noch immer ein nicht finanzierter Restbetrag, der aus eigenem Einkommen und Vermögen zu bezahlen wäre. Der spätere Pflegebedarf lässt sich recht genau ausrechnen. Die jährliche Preissteigerung wird durch eine Dynamisierung der Pflegeversicherung ausgeglichen. Eine weitere private Pflegeversicherung sollte so angelegt sein, dass sie zusammen mit Pflege-Bahr und der gesetzlichen Pflegeversicherung die anfallenden Pflegekosten komplett finanziert. Der Versicherungsnehmer kann hier frei entscheiden, ob es eine Pflegetagegeld-, eine Pflegerenten- oder eine Pflegekostenversicherung sein soll. Diese zweite private Pflegezusatzversicherung wird nicht staatlich gefördert, sie muss komplett selbst bezahlt werden.

Die Stiftung Warentest

mit Sitz in Berlin ist eine Verbraucherschutzorganisation. Sie wird aus Steuermitteln gefördert und ist im staatlichen Auftrag tätig, testet Waren sowie Dienstleistungen und publiziert die Ergebnisse. In der Vergangenheit hat die Stiftung Warentest unter anderem auch die Anbieter von privaten Pflegezusatzversicherungen getestet. Das sind nahezu alle namhaften und bekannten deutschen Versicherungsgesellschaften. Das Ranking sowie die Begründungen dazu sind in Printform sowie auf der Website veröffentlicht worden. Bei den aktuellen Ergebnissen zur Pflegetagegeldversicherung von Pflege-Bahr wurden die drei Versicherungen AXA, Central Krankenversicherung/Pflege sowie Münchener Verein besonders hervorgehoben.

Bei einer nicht staatlich geförderten Pflegetagegeldversicherung

besteht auch kein Abschlusszwang. Der Versicherer kann einen Antrag ablehnen oder ihn uneingeschränkt sowie mit Einschränkungen wie Leistungsausschlüssen sowie Risikozuschlägen annehmen. Hier wurden die Versicherungen HanseMerkur, Deutsche Familienversicherung sowie die Mecklenburgische und der Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster, die LVM-Versicherung, als besonders leistungsfähig genannt.

Für den Antragsteller können diese Ergebnisse durchaus hilfreich sein.

Er sollte vor Abschluss einer privaten Pflegetagegeldversicherung auf jeden Fall mehrere Anbieter miteinander und deren Tarife untereinander vergleichen. Bei Pflege-Bahr ist die Beitragshöhe entscheidend, weil die Versicherungsbedingungen überall nahezu identisch sind und sein müssen. Anders sieht es bei der nicht staatlich geförderten privaten Pflegeversicherung aus. Hier lohnt ein kritischer Blick auf das Kleingedruckte, in die Allgemeinen und Besonderen Geschäftsbedingungen sowie auf alles, was mit einem Sternchen versehen ist. Der zukünftige Pflegebedürftige sollte sich für diejenige private Pflegezusatzversicherung entscheiden, die am besten zu ihm und zu seinen persönlichen Bedürfnissen passt.

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2 thoughts on “Zusatzversicherung Pflege, das sollten Sie Wissen

  1. Eine Zusatzversicherung im Pflege Bereich ist eine gute Ergänzung zur normalen Krankenkasse! Ich habe selber neben einer Pflege Zusatzversicherung auch noch eine Zahnversicherung, einfach nur für den Fall aller Fälle! Ich finde aber auch, dass sie das Thema Pflege Zusatzversicherung sehr gut zusammengefasst haben – ich hoffe, dass einige Besucher ihren Beitrag lesen, da dieser sehr informativ ist.

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